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Interview · ERP Branchentage · 2026

Automatisierungstechnik im ERP-Alltag

Viele Automatisierungsprojekte scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass der Prozess dahinter nie festgelegt wurde. In einem Interview mit der GWS habe ich beschrieben, woran das liegt und wie ein Einstieg aussieht, der nicht nach zwei Flows stehenbleibt.

Worum es geht

Die Frage, mit der die meisten Unternehmen einsteigen, lautet: Welches Werkzeug nehmen wir? Sie ist die falsche erste Frage. Ein Automatisierungswerkzeug bildet ab, was da ist. Wenn ein Ablauf in jeder Abteilung anders läuft, entsteht daraus kein Automat, sondern ein zweiter unübersichtlicher Ablauf — nur schneller.

Der bessere Einstieg ist ein einzelner, wiederkehrender Vorgang mit überschaubarem Risiko. Erinnerungen, Stammdatenprüfungen, einfache Aufgabensteuerung. Nicht, weil das die spannendsten Fälle wären, sondern weil sich an ihnen zeigt, ob die Grundlagen tragen: Wer betreibt das? Welche Rechte und Service-Accounts hängen daran? Was passiert, wenn der Kollege geht, der es gebaut hat?

Ein verlässlicher Indikator: Wird ein Flow im Bau zu kompliziert, liegt das selten am Werkzeug. Es liegt daran, dass der Prozess darunter noch nicht entschieden ist. Dann ist der Flow nicht das Problem, sondern der Befund.

Deshalb ist die Reihenfolge: erst den Prozess verstehen, dann digitalisieren, dann automatisieren. Wer sie umdreht, automatisiert das Durcheinander.

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