Stücklisten stimmen nicht überein
Die Konstruktionsstückliste und die Fertigungsstückliste weichen voneinander ab. Welche gilt, entscheidet sich im Zweifel danach, wen man zuerst gefragt hat.
Ausgangslage · Engineering
Konstruktion, Einkauf und Fertigung arbeiten mit denselben Artikeln — aber nicht mit demselben Stand. Was fehlt, ist selten eine weitere Software. Es fehlt der saubere Übergang zwischen den Systemen, die längst da sind.
Für Konstruktions- und Technische Leitung, für Arbeitsvorbereitung und Einkauf — und für alle, die im Alltag zwischen CAD, PDM und ERP vermitteln müssen, obwohl das nicht in ihrer Stellenbeschreibung steht.
Von jemandem, der Konstruktion und Fertigung von beiden Seiten kennt.
Keine dieser Situationen ist ungewöhnlich. Sie entstehen nicht aus Nachlässigkeit, sondern daraus, dass Systeme nacheinander eingeführt wurden und jedes für sich vernünftig funktioniert.
Die Konstruktionsstückliste und die Fertigungsstückliste weichen voneinander ab. Welche gilt, entscheidet sich im Zweifel danach, wen man zuerst gefragt hat.
Eine Änderung ist freigegeben, aber im Einkauf liegt noch die alte Zeichnung. Bemerkt wird das oft erst bei der Lieferung.
Derselbe Artikel existiert unter mehreren Nummern. Bestände, Preise und Historie verteilen sich darauf, und keine davon zeigt den vollständigen Stand.
Der Ablauf funktioniert, solange die richtige Person erreichbar ist. Bei Urlaub oder Krankheit bleibt er liegen — und niemand sieht, woran es hängt.
Jede Variante ist eine eigene Datei. Eine Änderung am Grundteil bedeutet, sie einzeln nachzuziehen — und zu wissen, an welchen Stellen.
Zwischen CAD, PDM und ERP wird exportiert, importiert und abgetippt. Jeder dieser Schritte ist eine Stelle, an der etwas verloren gehen kann.
Er steht auf keiner Rechnung und in keinem Kalender. Genau deshalb bleibt es, wie es ist.
Zeit
Suchen, prüfen, nachfragen, noch einmal übertragen. Einzeln sind das Minuten, und deshalb taucht es in keinem Kalender auf. In Summe ist es Arbeit, für die niemand eingeplant ist.
Qualität
Nicht in der Konstruktion und nicht in der Fertigung, sondern dazwischen. Diese Fehler werden spät sichtbar — und je später sie auffallen, desto aufwendiger ist die Korrektur.
Übersicht
Wo ein Projekt gerade steht, lässt sich nicht ablesen. Es muss zusammengetragen werden, und bis das geschehen ist, warten Entscheidungen.
Wir fangen nicht bei der Systemauswahl an, sondern bei dem, was tatsächlich vorliegt. Erst danach zeigt sich, ob überhaupt etwas Neues gebraucht wird.
Welche Artikel, Stücklisten und Stände existieren wirklich — nicht, welche laut Richtlinie existieren sollten. Der Unterschied zwischen beidem ist meist der eigentliche Befund.
Wo wird abgetippt, exportiert, doppelt gepflegt? Diese Stellen sind der Hebel. Die Systeme selbst sind selten das Problem.
Ein führendes System je Datenart, eine klare Richtung der Übergabe, nachvollziehbare Freigaben. Mit dem, was vorhanden ist, wo es geht.
Eine Lösung, die niemand nutzt, hat nichts verändert. Deshalb gehören Einarbeitung und Nachjustieren dazu — und die Frage, wer sie danach weiterträgt.
Wir binden uns an keinen Hersteller. Was zählt, ist die Landschaft, die bei Ihnen schon läuft — und ob sich der nötige Schritt darin abbilden lässt, bevor über Ablösungen gesprochen wird.
Woran Sie es merken
Dann ist die Auswahl selbst das Projekt. Nicht der bekannteste Hersteller soll gewinnen, sondern die Lösung, die zu Ihren Prozessen passt — und der Partner, der sie auch eingeführt bekommt.
Anforderungen aufnehmen, Soll-Prozesse festhalten. Was ein System können muss, ergibt sich aus dem Ablauf — nicht aus einer Funktionsliste.
Lastenheft und Kriterienkatalog, damit alle Anbieter dieselbe Frage beantworten. Sonst vergleichen Sie am Ende Präsentationen statt Lösungen.
System und Implementierungspartner werden getrennt bewertet, dazu Kosten und Wirtschaftlichkeit über die Laufzeit. Der Lizenzpreis ist selten die Frage.
Migration, Datenbestand, Strukturen, Rollen und Berechtigungen, Übergang in den Betrieb. Ein installiertes System hat noch nichts verändert.
Engineering hört selten an der Bereichsgrenze auf. Diese Themen hängen am selben Datenbestand.
Maschinen- und Anlagenbau Mittelstand, mehrere hundert Mitarbeitende
Maschinen- und Anlagenbau Mehrere technische Fachbereiche
Ein Gespräch reicht, um einzuordnen, ob es an den Daten, an den Übergängen oder an etwas ganz anderem liegt. Sie müssen dafür nichts vorbereiten.