Anwenderbericht · Mechatronik · 2021
Mechatronik: Der Weg zum vollständigen Modell
Ein Maschinenbauer entwickelt seine Anlagen künftig mechanisch und steuerungstechnisch zusammen statt nacheinander. Ich habe das Projekt damals technisch begleitet. Der schwierigste Teil war nicht die Software.
Worum es geht
Die Maschinen waren längst mechatronisch. Entwickelt wurden sie es nicht: Mechanik in einer Welt, Elektrik in einer anderen, zusammengeführt wurde am Ende von Hand. Das Ziel war ein Modell, das so vollständig ist, dass diese Nacharbeit entfällt — inklusive Leitungen und Schläuchen, nicht nur der Klötzchen.
Technisch hängt daran mehr, als es zunächst aussieht. Damit elektrische Komponenten mit echten Abmessungen in der Baugruppe auftauchen, muss vorher jedes kundenspezifische Bauteil in eine Bibliothek. Damit Stücklisten aus dem verbundenen Modell heraus ins ERP laufen, braucht es eine Stelle, an der die Daten gepflegt werden — und nur eine. Und damit die wiederkehrenden Schritte dazwischen nicht jeden Tag von Hand passieren, müssen sie automatisiert werden, ohne dass jemand dafür programmieren muss.
Das war alles lösbar. Der eigentliche Aufwand lag woanders: den Fluss des Gesamtprozesses überhaupt aufzubauen. Zwei Fachbereiche, die jahrzehntelang jeder für sich vernünftig gearbeitet haben, arbeiten nicht zusammen, weil ein System es erlaubt. Sie tun es, wenn klar ist, wer wann was übergibt — und wenn die Leute anfangen, anders zu denken. Das dauert länger als jede Einführung.
Genau deshalb frage ich heute zuerst nach dem Übergang und erst danach nach dem System.
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Erschienen als Anwenderbericht beim Systemhausöffnet die Seite des Anbieters in einem neuen Tab